5. Februar 2026
Die 10 wichtigsten Odoo-Module für den Mittelstand
Welche Odoo-Module brauchen Sie wirklich? Ein praxisnaher Überblick über die 10 Module, die für mittelständische Unternehmen den größten Nutzen bringen.
Von PISTA Consulting
Nicht alles auf einmal
Odoo bietet über 40 offizielle Module. Das ist gleichzeitig seine größte Stärke und die häufigste Quelle für Überforderung bei der Einführung. Die Wahrheit ist: Die meisten Unternehmen brauchen zum Start 3–5 Module. Den Rest können Sie jederzeit nachrüsten.
Hier sind die 10 Module, die wir in der Praxis am häufigsten einsetzen — und für wen sie jeweils Sinn machen.
1. CRM — Kundenbeziehungen zentral verwalten
Für wen: Jedes Unternehmen mit mehr als einer Handvoll Kunden.
Das CRM-Modul ist oft der Startpunkt. Es ersetzt die Excel-Kundenliste, die Outlook-Kontakte und die Zettel mit Telefonnummern. Alle Kundeninteraktionen — E-Mails, Anrufe, Angebote — landen an einem Ort.
Praxis-Wert: Vertriebsmitarbeiter sehen auf einen Blick, was mit einem Kunden zuletzt besprochen wurde. Kein „Wer hat zuletzt mit Müller gesprochen?” mehr.
2. Vertrieb — Von Angebot bis Rechnung
Für wen: Unternehmen, die regelmäßig Angebote schreiben und Aufträge abwickeln.
Angebote erstellen, per Mail versenden, bei Zusage automatisch in Auftrag umwandeln, Rechnung generieren. Die ganze Kette in einem Fluss — ohne Abtippen, ohne Medienbrüche.
Praxis-Wert: Ein Angebot, das 45 Minuten in Word brauchte, dauert in Odoo 5 Minuten. Bei 20 Angeboten pro Woche rechnen Sie selbst.
3. Buchhaltung — GoBD-konform und DATEV-fähig
Für wen: Alle. Buchhaltung braucht jeder.
Odoo ersetzt nicht Ihren Steuerberater, aber es macht die Zusammenarbeit effizienter. Eingangs- und Ausgangsrechnungen, automatischer Bankabgleich, DATEV-Export. Die doppelte Buchführung ist vollständig integriert.
Praxis-Wert: Der monatliche DATEV-Export dauert 2 Klicks statt 2 Stunden manuelle Aufbereitung.
4. Lager — Bestände in Echtzeit
Für wen: Handels- und Fertigungsunternehmen mit physischen Produkten.
Wareneingänge, Warenausgänge, Inventur, Barcode-Scanning. Das Lagermodul kennt jeden Artikel, jeden Standort und jeden Bestand — in Echtzeit.
Praxis-Wert: „Haben wir noch Kupferrohr da?” — die Frage beantwortet sich selbst, wenn jeder aufs Dashboard schauen kann.
5. Einkauf — Beschaffung automatisieren
Für wen: Unternehmen mit regelmäßigem Materialbedarf.
Bestellvorschläge auf Basis von Mindestbeständen, automatische Lieferantenanfragen, Preisvergleiche. Das Einkaufsmodul nimmt Ihnen die manuelle Nachbestellung ab.
Praxis-Wert: Keine vergessenen Bestellungen mehr. Das System meldet sich, bevor der Bestand kritisch wird.
6. Fertigung — Produktion planen und steuern
Für wen: Fertigungsbetriebe — vom Schreiner bis zum Maschinenbauer.
Stücklisten, Arbeitsaufträge, Arbeitspläne, Qualitätskontrolle. Das Fertigungsmodul bildet Ihre Produktion ab — von der Materialliste bis zum fertigen Produkt.
Praxis-Wert: Projektleiter sehen in Echtzeit, welche Aufträge in welcher Phase stecken. Engpässe werden sichtbar, bevor sie zum Problem werden.
7. Projekt — Aufgaben und Zeit erfassen
Für wen: Dienstleister, Agenturen, Beratungen und projektbasierte Unternehmen.
Projekte anlegen, Aufgaben zuweisen, Zeiten erfassen, Fortschritt tracken. Alles in einer Ansicht — und nahtlos mit der Abrechnung verknüpft.
Praxis-Wert: Projektzeiten fließen automatisch in die Rechnung. Kein manuelles Zusammensuchen am Monatsende.
8. HR & Abwesenheiten — Mitarbeiter verwalten
Für wen: Unternehmen ab 15+ Mitarbeitern.
Mitarbeiterdaten, Urlaubsanträge, Abwesenheitsübersicht, Organigramm. Kein Excel-Urlaubskalender mehr, keine E-Mail-Ketten für Urlaubsanträge.
Praxis-Wert: Mitarbeiter beantragen Urlaub per Klick, der Vorgesetzte genehmigt per Klick. Fertig.
9. Website & E-Commerce — Online präsent sein
Für wen: Unternehmen, die online verkaufen oder eine moderne Website brauchen.
Website-Builder, Online-Shop, Produktkatalog — alles nativ in Odoo integriert. Bestellungen im Shop fließen direkt in Vertrieb und Lager.
Praxis-Wert: Kein separater Shop, keine Schnittstellen-Wartung, keine doppelte Produktpflege.
10. Helpdesk — Kundenservice strukturieren
Für wen: Unternehmen mit regelmäßigem Kundensupport.
Ticket-System, SLA-Management, Kundenportal. Kundenanfragen werden strukturiert bearbeitet statt im E-Mail-Postfach unterzugehen.
Praxis-Wert: Kein Kunde fällt mehr durchs Raster. Jede Anfrage hat einen Status und einen Verantwortlichen.
Unsere Empfehlung: Klein starten
Starten Sie mit 3–5 Modulen, die Ihren größten Schmerzpunkt lösen. Stabilisieren Sie diese, schulen Sie Ihr Team, und erweitern Sie dann schrittweise. Ein typischer Start sieht so aus:
- Monat 1–3: CRM + Vertrieb + Buchhaltung
- Monat 4–6: Lager + Einkauf
- Ab Monat 7: Fertigung, Projekt, HR — je nach Bedarf
Die Module sind so gebaut, dass sie einzeln funktionieren und zusammen noch besser werden. Nutzen Sie diesen Vorteil.